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Schmelztiegel in Nürnberg – Der W live

So, endlich sitze ich an diesem Beitrag. Zwar habe ich bereits Mittwoch Notizen gemacht, aber bin bisher nicht dazu gekommen sie auszuformulieren. Also worum geht’s? – Mittwoch war ich in Nürnberg auf einem Konzert. Vom W. Das könnte es eigentlich schon gewesen sein, aber ich sollte noch mehr dazu schreiben. Also von Anfang an. Die Karte habe ich schon seit längerem, die Umsetzung folgte Mittwoch.

Los ging’s gegen 18 Uhr. Anfahrt per Auto, kein Problem. Sind direkt hingekommen und haben auch ein super Parkplatz bekommen. Nachdem wir rein sind, haben wir erstmal die Location besichtigt. Der Löwensaal ist nicht besonders groß, dafür kuschlig und besonders warm. Er ist rund und hat oben eine fast umlaufende Empore. Letztendlich haben wir uns dann unten etwas weiter hinten positioniert. Man ist ja nichtmehr der Jüngste. Nach einem Stück Pizza erreichte uns die Botschaft, dass die Vorband wegen Krankheit entfällt. Schade. Dafür sollte es dann mit dem W früher losgehen. Der hat’s nicht so ganz geschafft, gegen 21 Uhr kamen dann die ersten Live-Töne aus dem Boxen.

Neben dem absoluten Buzzword “Onkelz” (sehr schade, weil es sich nicht um eine Onkelz-Veranstaltung handelt) bleibt mir vor allem der Gröhlemann direkt vor uns im Gedächtnis. Ich hatte gewettet, dass er nach etwa 5 Liedern mit der Stimme am Ende ist, aber habe da leider verloren. Da ich immer noch Fastenzeit-bedingt abstinent vom Alkohol bin, blieb mir der Genuss des Bieres vorenthalten. Dafür konnte ich super die ploppenden Bierflaschen und deren aufsteigende Nebelfontänen beobachten. Ein fantastisches Naturschauspiel. Neben dem Bier fehlte mir auch irgendwie ein dicker 2m Skin mit mindestens 30cm Bart. Hätte ich so einen Leuchtturm entdeckt wäre ich wohl auf die alten Tage doch nochmal in einen Moshpit gesprungen (ist halt ein Ruhepol zu den jungen Wilden). So habe ich mich ein wenig mehr auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren können. Der W wirkte mir noch ein bisschen feucht hinter den Ohren, was die Leadsänger-Position angeht. Ab und an hätte ich mir mehr Kraft, Kanten, Robustheit in den Bewegungen gewünscht. Einfach ein bisschen mehr der Musik angepasst. Sehr gut fand ich, dass er sich bei Solos sehr zurückgenommen hat und in den Schatten abgetaucht ist. Vermutlich waren dass auch die kühlsten Ecken auf der Bühne und für ihn überaus angenehm. Aber selbst diese sollten bei gefühlten 40°C gelegen haben und zurück im Licht leuchtete immer wieder ein verschwitzter W hinter dem Mikrofon auf.

Meine persönlichen Highlights waren “Heiss” (geniales Shouting), “Tränenmeer” (Live einfach Hammer), “Zwischen Traum und Paralyse” (Feuerzeuge und Handys in der Höhe), “Bitte töte mich” (Mit Mannweib statt Nina), “Gewinnen kann jeder” (Tolles Tempo gibt dem Lied nochmal Pfeffer) und zu guter Letzt “Mein W” (Völlig aus der Reihe und mit Hut). Es haben sich zwar immer wieder kleine Fehler eingeschlichen, aber diese machen das Live-Erlebnis ja erst aus. Ach ja, wann kommt das unplugged-Album mit Hut?

Der W mit Hut bei Mein W

Der W mit Hut bei Mein W

Es gab ca. 5,5 Lieder Zugabe, das letzte war dann “Too Drunk to Fuck” von den Dead Kennedys, welches einen geilen Abschlussjam darstellte nachdem sich die Halle schon ein wenig geleert hatte. Da zeigten sich dann auch die Folgen der Glasflaschen: Scherben über Scherben auf dem ganzen Hallenboden. Gut dass kein dicker, halbnackter Skin da war. Ich hätte mich sicherlich irgendwann mal in die Scherben gelegt. Danach ging es schnell zum Bahnhof und dank einer defekten Tür habe ich auch noch den Zug erwischt und war kurz nach Zwölf wieder daheim. Ich freue mich schon auf die nächste Tour. Dann hoffentlich wieder in Frankfurt.

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